Achtung: Fehlerhafte Kupferspiralen

Fehlerhafte Kupferspiralen eines spanischen Herstellers können im Körper brechen. Sie wurden auch in Deutschland und Österreich eingesetzt. Betroffene Frauen werden nicht automatisch informiert. Bei Verdacht auf eine Kupferspirale von Eurogine sollten sich Frauen an ihre Gynäkologen wenden.

Fehlerhafte Kupferspiralen können brechen

 Spiralen aus Kupfer und Gold des spanischen Herstellers Eurogine sind durch eine fehlerhafte Materialzusammensetzung spröde und können brechen. Dies kann sowohl beim Ziehen der Spirale passieren als auch spontan und unbemerkt im Körper.

Die Mängel der Spirale können starke gesundheitliche Probleme verursachen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Spirale ihre verhütende Wirkung verliert.

Laut Medienberichten wusste die Firma Eurogine bereits seit Februar 2018, dass die Seitenarme der von ihr hergestellten Kupferspiralen in der Gebärmutter wegen eines Fehlers in der Materialzusammensetzung brechen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland warnte bereits Ende 2019 vor den fehlerhaften Medizinprodukten.

Im April 2024 berichtete das ZDF in der Reportage „Fehlerhafte Spiralen eingesetzt – Frauen zu spät gewarnt“.

Weitere Informationen finden sich außerdem beim österreichischen Verbraucherschutzverein.

Betroffene werden nicht benachrichtigt

 Da in Deutschland Kontaktdaten von Patientinnen mit Medizinprodukten nicht systematisch erfasst werden, gibt es keine Benachrichtigung.

Verhütende mit Kupferspiralen finden die Informationen über das Modell und die Charge ihrer Spirale auf der Patientenkarte, die sie beim Einsetzen der Spirale erhalten haben oder erhalten sie von ihren Gynäkologen. Sie sollten sich dringend an ihre Gynäkologen wenden, um die Spirale zu überprüfen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Eine deutsche Anwaltskanzlei empfiehlt außerdem, alle medizinischen Berichte und Behandlungsbelege sorgfältig zu sammeln und alle Vorgänge zu dokumentieren, um Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend zu machen.

In Österreich unterstützt der Verbraucherschutzverein Frauen bei der Geltendmachung von Schadenersatz gegen Eurogine.