Im Interview: Ovy-Gründerin Lina Wüller

Jana und Rita sind die Gründerinnen von Better Birth Control, der Petition für bessere Verhütung

Was tun, wenn man keine geeignete Verhütung findet? Vor dieser Frage standen die Schwestern Lina und Eva Wüller vor einigen Jahren. Ihre Antwort: Sie entwickelten mit Ovy schlitchweg ihre eigene Lösung. Mithilfe eines Thermometers und einer zugehörigen App können Menschen hormonfrei verhüten. Ovy steht für eine neue Generation digitaler Verhütungsmitteln und ist eine echte Erfolgsgeschichte, made in Hamburg.

Wir haben mit Co-Gründerin Lina Wüller über die Entstehung von Ovy, den Prozess der App-Entwicklung und ihren Algorithmus gesprochen.

Lina, wie ist die Idee für Ovy entstanden?

Meine Schwester und ich haben vor einigen Jahren die Pille abgesetzt und nach einer hormonfreien Alternative gesucht.

Wir konnten damals keine Zyklus App finden, die zuverlässig nach der symptothermalen Methode auswertet und gleichzeitig das Messen am Morgen durch ein innovatives Thermometer erleichtert.

Wir haben uns damals den Markt angeschaut und gesehen, dass der Pillen-Trend rückläufig ist und Frauen* vermehrt ihre Zyklen via App tracken. Also stand unsere Mission recht schnell fest, nämlich die Frauengesundheit durch innovative Produkte zu verbessern.

Wer hat den Algorithmus eurer App entwickelt und programmiert?

Wir haben den Algorithmus mit Gynäkolog:innen und Programmierern entwickelt. Wir haben uns dabei an den Regeln der symptothermalen Methode bedient und diese weiterentwickelt. Die Methodik wurde bereits seit Jahrzehnten erforscht und ist mit einem Pearl-Index von 0,4 – 1,8 sehr sicher.

Unser Entwicklerteam sitzt bei uns im Büro Hamburg, was unsere App-Entwicklung sehr agil macht und wir schnell auf den Markt reagieren können.

Welche Gehemigung musstet ihr mit eurem Produkt durchlaufen?

Sowohl die Ovy App als auch das Ovy Thermometer sind Medizinprodukte und wurden nach MDR (Medical Device Regulation) entsprechend zugelassen. Die Ovy App ist ab diesem Jahr sogar in Klasse IIB zertifiziert und somit offiziell als Verhütungsmittel zugelassen – also vergleichbar mit der Pille der Pharmaindustrie.

Wie häufig überprüft ihr den Algorithmus?

Der Algorithmus wird von unseren Entwickler:innen ständig weiterentwickelt. Sobald uns Fehler im Algorithmus gemeldet werden, werden diese mit höchster Priorität ausgebessert.

Können Anwenderinnen durch Feedback helfen, Ovy zu verbessern?

Ja unbedingt! Unser Anspruch ist es, dass die Ovy App die beste und innovativste Medizin-App im Markt ist. Wir versuchen, die Weiterentwicklung daher basierend auf Wünschen der Nutzer:innen voranzutreiben.

Neulich erhielten wir mehrere Anfragen, dass Körpersignale in der Ovy App auch individuell von Nutzer:innen ergänzt werden können – das haben wir dann direkt umgesetzt. Oder es wurde der Wunsch geäußert, Ovulationstestergebnisse mit einem Foto zu dokumentieren, auch das haben wir dann eingebaut.

Am besten schreiben uns Nutzer:innen auf Instagram, Facebook, oder per Mail.

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