Wie sicher sind Verhütungs-Apps?

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NFP-Apps werten anhand von eingetragenen Daten fruchtbare und unfruchtbare Tage aus. Aber wie sicher sind die Verhütungs-Apps und wie erkenne ich, ob meine App gut oder schlecht ist?

Darüber haben wir mit Autorin Anne Schmuck gesprochen. Sie ist eine der bekanntesten NFP-Beraterinnen in Deutschland und hat mehr als 380 Zyklen von Verhütungs-Apps ausgewertet, um ihre Zuverlässigkeit zu überprüfen. Hier lest ihr die Fortsetzung unseres Interviews mit ihr:

Wenn meine Verhütungs-App mir sagt, ich bin heute unfruchtbar: Kann ich mich zu 100 Prozent auf diese Aussage verlassen?

Anne Schmuck: Nein, auf keinen Fall! Erstens musst du sicher sein können, dass deine eingetragenen Angaben überhaupt richtig sind.

Zweitens arbeitet jede App mit einem anderen Algorithmus und wertet entsprechend nach anderen Regeln aus, die oftmals nicht wissenschaftlich auf ihre Verlässlichkeit geprüft sind.

Und drittens kann es selbst bei der besten App Software-Fehler oder Bugs geben, die dazu führen können, dass die Fruchtbarkeit falsch angezeigt wird.

Apps sind allenfalls eine praktische Unterstützung im Alltag, sollten aber nie die alleinige Auswertung übernehmen!

Das ist ein bisschen so wie mit einer Wetter-App 😉 Wenn die App sagt, es bleibt trocken, du beim Blick aus dem Fenster aber schwarze Regenwolken siehst, packst du besser einen Schirm ein, egal was die App behauptet.

 

Wie erkenne ich unter all den verschiedenen NFP-Apps, welche App sicher ist?

Leider ist das oft tatsächlich gar nicht so leicht zu erkennen. NFP ist kein geschützter Begriff und bezeichnet im Grunde nur eine bestimmte Art von Methode, aber kein genaues Regelwerk.

Selbst auf Nachfrage geben viele Hersteller nicht preis, wie genau die App überhaupt auswertet, sodass die Zuverlässigkeit für Anwenderinnen leider kaum zu erkennen ist.

Einen Anhaltspunkt gibt es aber doch: Eine gute App darf niemals bereits im Vorfeld einen Eisprung anzeigen. Der Eisprung kann mit keiner Methode der Welt vorhergesagt, sondern immer erst im Nachhinein festgestellt werden. Apps, die bereits am Zyklusanfang prognostizieren, wann der Eisprung stattfinden wird, kannst du daher direkt wieder löschen.

Die sicherste Möglichkeit bleibt es, die Regeln selbst zu lernen und kritisch zu überprüfen, was die App so auswertet.

Darin liegt gleichzeitig auch ein großer Vorteil: Es schafft ein wahnsinnig großes Vertrauen in die eigene Kompetenz und den eigenen Körper, wenn du NFP gelernt hast und deine Zyklen selbst auswerten kannst. Und es macht dich unabhängig von aller Technik, die ja auch gern mal ausfällt oder versagt.

Wie kann ich prüfen, ob eine App meine Daten korrekt auswertet?

Die beste Möglichkeit, NFP sicher anzuwenden, ist, die Zyklen selbst auszuwerten.

Dafür musst du das Regelwerk lernen, entweder in einem Kurs oder im Selbststudium mit dem Praxisbuch.

Bei schwierigen Zyklen oder wenn du dir alleine unsicher bist, helfen dir NFP-Beraterinnen gern weiter!

Anne Schmuck

Anne Schmuck ist zertifizierte Beraterin für Natürliche Familienplanung – kurz NFP – und Zykluswissen, freiberufliche Lektorin für Frauengesundheitsthemen und Co-Autorin des Buches „Kenne deinen Zyklus“.

Seit 2010 arbeitet sie mit Mädchen und Frauen, die ihren Zyklus verstehen und sicher natürlich verhüten lernen möchten. Sie berät außerdem zu Zyklusstörungen, Menstruationsbeschwerden und (unerfülltem) Kinderwunsch. Ziel all ihrer Beratungen und Kurse ist es, Aufklärung und Wissen über den weiblichen Zyklus zu vermitteln und Frauen dabei zu helfen, zur Expertin für ihren eigenen Körper zu werden.

Mehr über ihre Kurse und Beratungen unter www.hormonfrei-verhüten.de und bei Instagram.

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